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Server mit eigener IPv4 für 1 € im Monat: Geht das? Und wenn ja, ist das gut?

Für den einen oder anderen Service ist es leider auch im Jahr 2022 noch notwendig, eine eigene IPv4-Adresse zu haben - IPv6 ist noch immer noch so verbreitet, wie ich es gerne hätte. Schnell komme ich dann zu der Frage, ob ich eine zusätzliche IPv4-Adresse auf einen Server schalte oder einen zusätzlichen kleinen Server nutze. Der aktuelle Preis für eine Adresse liegt in der Regel zwischen 2 und 3 Euro im Monat. Hinzu kommen 5 Euro für die Einrichtung. Im ersten Jahr sind es also zwischen 29 € und 41 €, die eine zusätzliche IP-Adresse mindestens kostet. Für die zweite Variante - eine kleine extra Instanz anzumieten - sind diese 29 € im Jahr also der preisliche Rahmen.

Die Google-Suche spuckt natürlich einige Seiten zum Thema aus. Aber in der Regel findest du da oft nur "Angebote", bei denen die AutorInnen von profitieren. Richtig unabhängige Preisvergleiche sind schwer.

Über genau diese Seiten bin ich nun schön öfter gestolpert, wenn ich mich auf die Suche nach einem Server für 1 € im Monat inkl. IPv4 aufgemacht habe. Ende vom Lied: Fehlanzeige - na ja fast.

Es gibt lediglich einen "verlässlichen" Anbieter, bei welchem ich für einen Euro einen VPS mit echter IPv5 anmieten kann: Strato. Daneben gibt es eine ganze Menge von günstigen Angeboten (2 € bis 3 € im Monat) und auch "private" Anbieter. In diesem Blogpost werde ich mich kurz mit diesen drei Kategorien auseinandersetzen. Wenn du Feedback, Fragen oder einen Geheimtipp hast, kannst du gerne einen Kommentar hinterlassen.


Server mit IP für 1 € - Geht das?

Damit du dir zu Not das Lesen sparen kannst: Ja. Ganz am Ende findest du alle Informationen dazu. Was es noch für Möglichkeiten gibt, erfährst du jetzt.

Kostenlose Server mit IPv4

Ja, es gibt sie, die kostenfreien Server. In einigen Foren und Communitys hat sich ein kleiner Handel um kostenloses Webhosting entwickelt. Spannend und mit teilweise sehr interessanten Angeboten ausgestattet, ist dabei die Foren-Community von Sponsor Universe. Hier können "Anbieter" Angebote posten, auf welche sich dann die "Kunden" bewerben können. Meist gibt es kleinere Gegenleistungen, wie das Einbinden von Bannern des Sponsors oder die Nennung im Projekt-Impressum. Auch sind oft Anforderungen an die Projekte gestellt, die kostenlos gesponsert werden. So können sich manchmal nur Open-Source-Projekte, NGO's oder Vereine bewerben.

NAT-VPS Angebote

Es ist jedoch zu beachten, dass nicht immer auch eine IPv4-Adresse mit zum Angebot gehört. Hier und da werden auch NAT-Angebote gemacht. Dies bedeutet, dass du dir die IP-Adresse mit anderen teilst und "lediglich" eine gewisse Anzahl an Ports erhälst. Dies kann je nach Service schon ausreichend sein. Eine Website oder einen Online-Shop kannst du so jedoch nicht betreiben.

Welcher Service und welche Daten verarbeitest du?

Wenn du dir hier einen Server organisiert bekommst, musst du unter Umständen damit leben, dass dein Projekt von heute auf morgen auch offline sein kann. Denn eine Garantie zum Betrieb bieten nur die wenigsten SponsorInnen. Zudem musst du auch bedenken, dass du dir ohne klare vertragliche Regelung nie zu 100 Prozent sicher sein kannst, wie vertraulich deine Daten wirklich sind. Ich denke hier an Probleme wie Kundendaten aus Shops oder die Daten von Vereinsmitgliedern.

Ich will das Konzept nicht schlechtreden. Es hat seinen Charme. Für mich käme ein solcher Server jedoch nur für Projekte infrage, bei denen mir egal ist, wer Zugriff auf die Daten hat. Ob ein Server für wenige Euro im Jahr besser ist, kannst du im nächsten Absatz lesen.

IPv4-Server für weniger als 12 € im Jahr

Tatsächlich gibt es Möglichkeiten, einen Server für weniger als 1 € im Monat anzumieten. Jedoch ist dies ebenfalls kein wirklicher Anbieter, der dir diese günstigen Pakete anbietet. Es handelt sich um meist Privatpersonen oder EinzelunternehmerInnen, die über die Plattform Low End Spirit Angebote bewerben.

Mit einer entsprechenden Suche findest du Angebote, die dir einen Server für 6 $ im Jahr versprechen (in diesem Fall nur IPv6). Viele weitere Angebote findest du in der Kategorie Offers. Wenn einmal kein günstiger VPS dabei ist, kannst du deine Anfrage selber in Requests posten. Das heißt, eigentlich findet sich immer eine Möglichkeit, einen Server für einen Euro zu mieten.

Wie seriös ist Low End Spirit

Das "Problem" mit der Seriosität ist nicht neu. Low End Spirit selber bietet keine (oder nur selten in Kooperation) Server oder Webhosting an. D.h. die Seite an sich ist seriös. Bei den Angeboten selber empfehle ich immer auf die "Vita" der Anbieter zu achten. Neue Anbieter haben sicherlich immer eine Chance verdient. Wenn jedoch ein zu tolles Angebote gemacht wird und diese Person (quasi der Community) unbekannt ist, solltest du genau überlegen, welche Daten du auf diesen Servern betreibst. Im schlimmsten Fall können deine Daten verloren gehen - genau wie deine Zahlungen.

Übrigens, LowEndSpirit bietet auch einen Bereich, in welchem kostenfreie Angebote gelistet werden. Auch diese kostenfreien Server und Webhosting-Angebote sind mit Vorsicht zu genießen. Es gilt das Gleiche, wie bei Sponsor Universe: Es kann gut gehen, muss es aber nicht.

Kuratierte Angebote

Du findest im Internet auch kuratierte Seiten, auf denen du günstige VPS anmieten kannst. Low End Box und VNCoupon sind zwei davon. Hier werden reguläre Angebote von (vermeintlichen) Firmen veröffentlicht. Natürlich gelten auch hier die oben genannten Limitierungen und Warnungen. Auch verdienen diese Websites zum Teil an den vermittelten Verträgen mit. Wenn du dich daran nicht störst, kannst du es ausprobieren. Auch hier gilt, dass du nicht immer unbedingt eine IPv4-Adresse erhältst. Viele Angebote sind NAT-Angebote (siehe oben).

Sicher und seriös für 1 € zum IPv4-Server?

Als Letztes kommt jetzt der versprochene "sichere Geheimtipp". Es ist Strato. Strato bietet mit dem "VPS Entry Linux V3" einen VPS für 1 Euro im Monat an. Dies inklusive einer IPv4-Adresse, der Nutzung eines virtuellen Prozessors, 512 MB RAM und 10 GB SSD-Speicher.

Ist Strato schlecht?

Ich habe ja bereits eingangs erwähnt, dass für einen Euro nicht so viel zu erwarten ist. Die Spezifikationen, die dir Strato bietet, sind nicht wirklich potent. Jedoch reichen diese aus, um kleine Microservices oder einzelne Websites zu betreiben. Ganz klar muss ich aber sagen, dass ich dir Strato NICHT empfehle. Ja, das Angebot ist seriös und gut. Aber deine Geschäftsidee solltest du hier nicht versuchen zu skalieren. Andere Blogger haben schon schlechte Strato-Erfahrungen machen müssen. Aber ich sage dir auch ...

... lieber Stratos 1-Euro VPS als Billig-Webhosting!

Wenn du vor der Entscheidung stehst, ob du ein günstiges Webhosting nutzt oder den 1-Euro-Server bei Strato anmietest, sage ich dir, nimm den Server. Voraussetzung ist, dass du dich mit der Administration auskennst. Die grundlegende Konfiguration ist nicht schwer. Ich schaffe das in 10 Minuten. In Verbindung mit ein paar Wartungsscripts, sind Remote-Hands (also Arbeiten auf dem Server) gewissermaßen nicht notwendig (einmal im Jahr?). So kannst du dir ein Webhosting genau auf dein Projekt zuschneiden (Webserver, Datenbank). Jedoch wird hier irgendwann der RAM der Flaschenhals werden. Deswegen würde ich empfehlen, hier nur Datenbanklose-Anwendungen zu betreiben oder die Datenbank in die Cloud auszulagern.

Wenn dich dies nicht störst, kannst du mit Strato glücklich werden. Auch wenn du dich auf eine 12 Monatslaufzeit einlässt, kannst du durch die 30-Tage-Geld-zurück-Garantie von Strato den billigen VPS für 1 € erst mal testen. Vielleicht passt es ja :-)


Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen. Wenn du Fragen hast, würde ich mich über einen Kommentar freuen. Für sonstige Anfragen kannst du mich natürlich auch gerne kontaktieren.

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